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Studie 5. Globales Diebstahlbarometer: Warenschwund im Einzelhandel steigt auf Spitzenniveau

17.Oktober 2011


Verluste durch Warenschwund steigen im deutschen Einzelhandel um 7,1 % und belaufen sich auf mehr als 5,4 Mrd. Euro. Langfinger haben es auch auf Lebensmittel wie Käse, Fleisch und Fisch abgesehen und belasten jeden Haushalt mit 161 Euro. Erhöhte Verluste sind Folge von weniger Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen, die um 22 % niedriger ausfallen. Dabei machen sich diese für Einzelhändler durchaus bezahlt.

Heppenheim, 18. Oktober 2011. Mehr als 5,4 Mrd. Euro „zahlte" der deutsche Einzelhandel von Juli 2010 bis Juni 2011 für Warenschwund. Dabei stiegen die Verluste um 7,1 % auf 1,2 % des Umsatzes. Im Vorjahr betrug die Schwundrate noch 1,12 %, so das 5. Globale Diebstahlbarometer, eine jährliche Studie des Centre for Retail Research (Nottingham) mit Unterstützung von Warensicherungsspezialist Checkpoint Systems (Heppenheim). Im deutschen Einzelhandel verbucht Warenschwund damit nicht nur einen Rekordanstieg, sondern bewegt sich laut Statistik auch auf dem höchsten Niveau seit zehn Jahren.

Diese Entwicklung spiegelt auch den länderübergreifenden Trend wider: Weltweit kostete Warenschwund den Einzelhandel 88,878 Mrd. Euro (+ 6,6 %), In Europa nahm die Schwundrate sogar um 7,8 % auf 1,39 % des Einzelhandelsumsatzes zu.

Langfinger kosten jeden deutschen Haushalt 161 Euro

Am häufigsten schlug laut Diebstahlbarometer der Ladendiebstahl zu Buche. Vom Gelegenheitsdieb bis zur organisierten Kriminalität - sie sind für 52,6 % der Verluste (2,867 Mrd. Euro) verantwortlich. Doch Warenschwund kennt noch weitere Ursachen: Während Hersteller und Lieferanten für 5,9 % der Verluste (0,321 Mrd. Euro) verantwortlich sind und auf interne Fehler weitere 15,7 % (0,856 Mrd. Euro) entfallen, geht rund ein Viertel der Verluste (25,8 %; 1,406 Mrd. Euro) auf das Konto unehrlicher Mitarbeiter.

Und bei diesen ist der angerichtete Schaden meist besonders hoch: Das sichergestellte Diebesgut stehlender Mitarbeiter ist in Europa durchschnittlich 14-Mal wertvoller ist als das von Ladendieben (Mitarbeiter: 1.381 Euro; Ladendiebe: 94 Euro).
„Obwohl es Beobachter gibt, die Kriminalität im Einzelhandel als harmlos, faszinierendes soziales Phänomen oder schlichtweg als Betriebskosten ansehen, ignoriert dies die Auswirkungen von kriminellen Banden, die zunehmende Gewalt gegen Mitarbeiter und Kunden und die Verbindungen zwischen Einzelhandelskriminalität und Drogen sowie Betrug und Erpressung", so Prof. Joshua Bamfield, Direktor des Centre for Retail Research (Nottingham) und Autor der Studie. „Kriminalität im Einzelhandel hat jeder Familie in den 43 untersuchten Ländern vielmehr zusätzlich 149 Euro auf ihre Einkaufsrechnung gebracht." In Deutschland waren es im Berichtszeitraum rein rechnerisch sogar 161 Euro - vor einem Jahr betrug die Belastung noch 149 Euro.

Auch Käse, Fleisch und Fisch werden gestohlen

Was und wie viel verschwindet, hängt auch vom Produkt ab. So verzeichnen manche Warengruppen höhere Einbußen als andere. Außerdem gehören nicht nur Handys, CDs oder Kameras zu den Klaurennern. Bei Pflege- und Kosmetikartikeln liegen Rasierartikel (Schwundrate: 3,8 % vom Umsatz) und Parfum (2,95 %) in Europa ganz vorne. Auch Mode- und Bekleidungsartikel wie Accessoires (3,72 %) und Oberbekleidung (2,82 %) sind bei Dieben besonders begehrt. Mindestens genauso häufig sind es aber Lebensmittel, die aus den Regalen verschwinden. Zu den besonders gefährdeten Lebensmitteln in Europa zählt dabei Käse (3,9 %), Fleischfeinkost (2,94 %) und Meeresfrüchte/Fisch (2,7 %). Doch rund ein Viertel der Top 50-Klaurenner erfahren laut Diebstahlbarometer bislang keinen besonderen Schutz.

Einsparungen bei Sicherheitsmaßnahmen in Höhe von 22 % führen zu mehr Warenschwund

„Der deutliche Anstieg von Warenschwund ist vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Einzelhändler im Bereich der Sicherheitsmaßnahmen sparen", erklärt Dirk Endlich, Deutschland-Chef von Checkpoint Systems. Den Studienergebnissen zufolge haben deutsche Einzelhändler im Berichtszeitraum 0,23 % ihres Umsatzes für Sicherheitsmaßnahmen ausgegeben - rund 22 % weniger als im Vorjahr (2010: 0,28 % des Umsatzes). „Die Praxis zeigt dabei, dass geringere Investitionen in die Prävention von Warenschwund und Anti-Diebstahl-Maßnahmen sich meist unmittelbar auf die Inventurdifferenzen auswirken und damit die Unternehmen teuer zu stehen kommen. Die Folge sind nicht nur geringere Gewinnspannen, sondern auch eine niedrigere Warenverfügbarkeit in den Geschäften. Denn was geklaut wurde, kann nicht mehr verkauft werden", so Endlich weiter.

Anders als in Deutschland hat der weltweite Einzelhandel seine Gesamtausgaben für Verlustprävention und Sicherheit gegenüber 2010 zwar um 5,6 % auf 21,120 Mrd. Euro erhöht, die tatsächlichen Ausgaben für Sicherheitsausrüstung sind aber auch hier rückläufig.

Doch nicht alle Einzelhändler haben in puncto Sicherheitsmaßnahmen gespart. „Analysiert man die 50 größten Einzelhändler, die an der Studie teilgenommen haben, so betrachten diejenigen, die einen Rückgang des Warenschwunds zum Vorjahr verzeichneten, Warenschwund nicht allein als Diebstahlproblem. Diese Händler haben vielmehr an ihren betrieblichen Abläufen gearbeitet, um Laden- und Mitarbeiterdiebstahl sowie Verluste durch Lieferanten und interne Fehler systematisch zu bekämpfen. 96 % dieser Einzelhandelsgeschäfte setzen Auditprogramme ein, um die Einhaltung der Präventionsmaßnahmen zu prüfen. Außerdem erhöhten diese Einzelhändler im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt ihre Ausgaben zur Verlustprävention fast um das Doppelte", erläutert Prof. Bamfield.


Die weltweiten Ergebnisse im Überblick:

Warenschwund weltweit

• Warenschwund kostete den Einzelhandel 88,878 Mrd. Euro. Gemessen am Umsatz beträgt die Schwundrate 1,45 % (2010: 1,36 %). In Europa machte Warenschwund 1,39% des Umsatzes aus (2010: 1,29%).
• Die höchste Schwundrate hat Indien (2,38 %), Russland (1,74%) und Marokko (1,72%), die niedrigste verbucht Taiwan (0,91 %), SWZ Hongkong (0,95%) sowie Japan, Österreich und die Schweiz (1,04 %).

Warenschwund nach vertikalem Markt

• In 2010 wurden die höchsten weltweiten Schwundraten in den Sektoren Bekleidung/Accessoires (1,87 %), Schönheits- und Pflegeartikel/ Apothekenarikel (1,79%) und Autozubehör/Eisenwaren/Baumarktartikel (1,77 %) gemessen.
• In Europa liegt der Sparte Bekleidung/Accessoires (1,86 %) vorne, gefolgt von Bio- und Feinkostläden (1,83 %) sowie Autozubehör/ Eisenwaren/Baumarktartikel (1,72 %).

Ursachen von Warenschwund

• Ladendiebe, von Gelegenheitsdieben bis zur organisierten Kriminalität, hatten in den meisten Ländern den größten Anteil am Warenschwund. Weltweit entfielen auf sie durchschnittlich 43,2 Prozent des Warenschwunds, gefolgt von internem Diebstahl durch unehrliche Mitarbeiter mit 35,0%.

Über Checkpoint Systems Inc.
Checkpoint Systems, Inc., gegründet 1969, ist ein führender Anbieter von Lösungen zum Warenschwund-Management, zur Bestandsübersicht und Bekleidungsauszeichnung. Checkpoint ermöglicht dabei Einzelhändlern und ihren Lieferanten, Warenschwund zu reduzieren, die Warenverfügbarkeit zu verbessern und Echtzeit-Daten zur Optimierung der Betriebsprozesse zu erlangen. Checkpoints Lösungen basieren auf 40 Jahre Expertise in Radiofrequenz-Technologie. Kernkompetenzen liegen in der Quellensicherung von Konsumgütern, der elektronischen Artikelsicherung (EAS), RFID-Anwendungen, Auszeichnung von Bekleidungsartikeln sowie Lösungen zur Verkaufsförderung. Das an der New Yorker Börse notierte Unternehmen (NYSE: CKP) operiert in nahezu allen Erdteilen und beschäftigt weltweit 5.600 Mitarbeiter. Mit Niederlassungen in über 30 Ländern in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien verfügt Checkpoint Systems über ein globales Fertigungs-, Vertriebs- und Servicenetzwerk. Hauptsitz der deutschen Checkpoint Systems GmbH ist in Heppenheim.

Website: http://www.checkpointsystems.com
Twitter: @checkpointsys

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