Nach einem zweistelligen Umsatzplus in 2010 wachsen Franchise-Systeme auch im laufenden Jahr stärker als die Gesamtwirtschaft. Handel und Dienstleistung liegen weiterhin vorn.
Bonn. Die Franchise-Wirtschaft in Deutschland wächst in 2011 auf rund 143.000 Betriebe (+ 5,8 %), so die Prognosen des Bonner Mediendienstes forum franchise und systeme. Die insgesamt fast 110.000 Franchise-Partner (+ 4,3 %) beschäftigen dabei über 711.000 Mitarbeiter (+ 4,5). Das gute Vorjahresergebnis kann die Franchise-Wirtschaft damit weiter ausbauen. 2010 waren 135.144 Betriebe (+ 5,6 %) und 105.472 Partner (+ 4,0 %) am Markt aktiv. Die bundesweit rund 950 Systeme verzeichneten ein zweistelliges Umsatzplus von 13,6 Prozent auf über 77 Mrd. Euro. Auch 2011 stehen die Zeichen auf Wachstum: Mit einem prognostizierten Umsatzplus von 6,6 Prozent fällt dieses zwar moderater aus, liegt aber weiterhin über der allgemeinen Konjunkturentwicklung.
Franchise-Partner werden größer
Wachstumsimpulse für Franchise-Systeme werden in den nächsten Jahren vor allem aus den Reihen der etablierten Franchise-Partner kommen, die zunehmend auf Filialisierung setzen. „Heutzutage betreiben bereits etwa 30 Prozent der Franchise-Partner mehr als einen Betrieb und erobern so ihren regionalen Markt", schätzt Felix Peckert, Chef des Bonner Mediendienstes und einer der führenden Unternehmensberater im Franchise. Es sei fest damit zu rechnen, dass die Filialisierungsquote in den kommenden Jahren weiter zunehmen werde und Franchise-Partner so stabile und wirtschaftlich starke, regionale Unternehmen am Markt aufbauen. „Bei solider Kapitalausstattung und hoher Führungsstärke geht langfristig der Trend sogar hin zum Multi-Marken-Franchise-Partner", so Felix Peckert weiter. Dann werde die regionale Marktbearbeitung durch den Partner nicht mehr nur mit einem, sondern mit mehreren markterprobten Konzepten erfolgen.
Dienstleistungssektor legt weiter zu
Der Dienstleistungsbereich ist im Franchise am stärksten vertreten und legte im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent auf 39,2 Prozent zu. Auf den Handel entfallen mit 32,2 Prozent fast ein Drittel der Systeme (- 4,4 %), gefolgt von den Gastronomie-, Touristik-, und Freizeit-Anbietern, die sich mit einem Anteil von 18,1 Prozent auf einem stabilen Niveau befinden. Der Bereich Handwerk, Bau und Sanierung verzeichnet einen Anteil von rund 10,5 Prozent (- 9,9 %).

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