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Der Beirat als marktbezogenes Beratergremium

Über 40 Prozent der Franchise-Systeme in Deutschland verfügen über einen Beirat. Oft als Sprachrohr der Franchise-Partner bezeichnet, können Beiräte jedoch mehr leisten, als die Interessen der Franchise-Partner zu vertreten. Richtig aufgestellt und in das System eingebunden dient ein Beirat zur Sicherung der praxisbezogenen und -relevanten Weiterentwicklung des gesamten Systems.

Die Aufgabenteilung in einem Franchise-System ist relativ einfach. Die vom Franchise-Geber entwickelte Markenwelt wird vom Partner-Management transportiert und mit Franchise-Partnern als selbstständige Unternehmer an deren jeweiligen lokalen Marktplätzen umgesetzt. Während der Franchise-Geber die Markenwelt in seinem Entwicklungszentrum weiter entwickelt und an z.B. Marktentwicklungen und -anforder-ungen anpasst, übernimmt das Partner-Management die zielorientierte Führung der Franchise-Partner.

In dem Zusammenspiel zwischen der Franchise-Zentrale und den Franchise-Partnern kommt dem Partner-Beirat eine wichtige Funktion zu: Über ihn können die Franchise-Partner vorgegebene Konzepte und Prozesse diskutieren und in Details justieren. Weder rechtlich noch faktisch handelt es sich hierbei aber um Mitbestimmung. Vielmehr gilt es, die Konzepte und Prozesse auf ihre Praktikabilität und Akzeptanz am Markt „vorzuprüfen", bevor sie allen Franchise-Partnern zur Verfügung gestellt und von diesen einheitlich umgesetzt werden.

Feintuning für die Praxis
Damit das Feintuning für die Praxis klappt, sollte der Beirat einer bestimmten Aufbaulogik und Struktur folgen. Neben den Franchise-Partnern (es handelt sich hier um gewählte Vertreter aller Franchise-Partner) sollten in einem leistungsstarken Beirat auch die Franchise-Geschäftsführung und das Partnermanagement vertreten sein.

Organisatorisch wird der Beirat von dem Beiratsvorsitzenden geleitet. Diese Aufgabe sollte von einem besonders erfolgreichen Franchise-Partner übernommen werden. Die inhaltliche Leitung des Gremiums obliegt der Franchise-Geschäftsführung, die sich auch hier stets als Kompetenz-, Leistungs-, und Führungszentrum des gesamten Franchise-Systems positionieren sollte. Die Schnittstelle zwischen dieser Leitungsebene des Beirats und den verschiedenen Fachbeiräten bildet das Partnermanagement. Es transportiert als Botschafter der Franchise-Zentrale die Konzepte und Prozesse des Entwicklungszentrums zu den Fachbeiräten und wieder zurück. Dies hat den Vorteil, dass sich die Fachbeiräte tatsächlich auf eine Aufgabe spezialisieren können. Außerdem funktionieren das konzeptionelle Feintuning und die Meinungsbildung innerhalb des Beirats dadurch erheblich friktionsloser und schneller.

 

Besonders erfolgreiche Franchise-Partner
Die Fachbeiräte sollten keine (angeblichen) Experten des jeweiligen Fachgebiets sein. Wie viel sie von dem Fachgebiet verstehen, ist für den Markterfolg des Systems und das Funktionieren des Beirats nicht entscheidend! Vielmehr sollte es sich bei den Beiratsvertretern stets um die besonders erfolgreichen Franchise-Partner des Systems handeln (z.B. Top 50). Nur so ist gewährleistet, dass die konzeptionelle Basis, die im Entwicklungszentrum entwickelt und in der Franchise-Zentrale umsetzbar gemacht worden ist, im Rahmen eines sinnvollen Feintunings für die Praxis weiter verbessert werden kann. So profitiert das gesamte System von der zielgerichteten Beiratsarbeit.


Weitere Informationen unter Beratung.

                           
 Christina Westerhorstmann

Ihre Franchise-Expertin
Christina Westerhorstmann