| Die Struktur und Größe einer Systemzentrale in einem Franchise-System hängen wesentlich von Faktoren wie Systemalter, Anzahl Partner, Franchise-Typ, Marktpositionierung, Leistungsportfolio und vielen anderen Kriterien ab. Da diese Faktoren sich im Laufe der Unternehmensgeschichte verändern, stehen auch etablierte Zentralen immer wieder vor Umbruchzeiten. Wie kann man diese Veränderungen aktiv als Chancen managen und nicht als Krise meistern? Das A und O: Proaktiv handeln Zunächst kann man die Veränderungsnotwendigkeiten in der Struktur einer Systemzentrale in zwei verschiedene Bereiche gliedern:• Veränderung aufgrund externer Marktbewegungen (Marktbewegungen, Wettbewerbsverhalten, Absatzentwicklung,...) Eine Systemzentrale sollte idealerweise immer proaktiv die Veränderungsnotwendigkeiten umsetzen, d.h. bereits in den „guten Zeiten" auf Veränderungen und Anpassungen der Systemzentrale drängen, um Zukunftssicherung zu betreiben. Dieser Idealfall setzt allerdings voraus, dass die Unternehmensentwicklung mit einer strategischen und mittelfristigen Planung arbeitet. Wie sonst wollte man ansonsten im Vorfeld den Veränderungsbedarf erkennen können. In der Praxis wird (leider) häufig erst dann reagiert, wenn der Veränderungsbedarf akut geworden ist: Die externen Faktoren zwingen zum Gegensteuern (z.B. Umsatzeinbrüche, Partnerfluktuation,...). Und selbst in einer existentiellen Krise gelingt es oft nicht, die innerbetrieblichen Potentiale effizient einzusetzen. Woran liegt das? Zum einen bauen sich vor jeder Veränderung Widerstände in einer Systemzentrale auf: Personelle Widerstände erkennt man häufig daran, dass Streit, Intrigen und Polemik im Betriebsalltag stark zunehmen. Bei fortschreitendem Widerstand kommen dann Symptome wie Lustlosigkeit, Dienst nach Vorschrift, höherer Krankenstand etc. dazu. Aber auch das System selbst steht sich gelegentlich im Weg: Da passen einmal vereinbarte Anreizsysteme nicht mehr zu den neuen Aufgaben, die Betriebskennzahlen sind für die neuen Aktivitäten ungeeignet,... Veränderungsprozesse effektiv managen Was kann ein Franchise-Manager bzw. Leiter einer Systemzentrale nun tun, um die regelmäßigen Veränderungsnotwendigkeiten in einer Zentrale so zu managen, dass möglichst geringe personelle und organisatorische Widerstände auftreten?Das erste Mittel ist sicherlich die Sensibilisierung des eigenen Handelns bezogen auf die Überwindung solcher Widerstände: Ein guter Franchise-Manager erkennt die Widerstände früh und nimmt sie auch nicht als Ablehnung gegenüber dem Neuen wahr, sondern als Unsicherheit, die überwunden werden kann. Als weiteres sehr probates Mittel hat sich eine möglichst offene und frühzeitige Information der Betroffenen erwiesen. Das gelingt natürlich nur dann, wenn der Franchise-Manager selbst frühzeitig die Veränderungen aktiv bearbeitet. Bei der Mitarbeiterinformation geht es nicht nur darum, die Veränderungen zu beschreiben, sondern vor allem auch das (gemeinsame) Ziel ausreichend klar darzustellen. Über die reine Information hinaus können Veränderungen auch schlicht trainiert werden, indem man bewusst eine Übergangszeit schafft, in der die zu ändernden Aktivitäten geübt und optimiert werden können. Wichtig: Partner bei Veränderungsprozessen miteinbeziehen Da in vielen Systemzentralen die Veränderungen nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die angeschlossenen Partner betreffen, hat sich auch eine intensive Auseinandersetzung der Veränderungen im Rahmen der Service- bzw. Beratungsangebote an die Partner bewährt. Spezielle Zusatzschulungen oder auch Informationsveranstaltungen für die Partner, auf denen Veränderungen und geplantes Ziel erläutert werden, helfen bei der Vermeidung systeminterner Widerstände.Erheblich komplexer, aber nicht weniger wirkungsvoll ist die gezielte Suche nach Promotoren einer Veränderung im System. Es muss nicht immer „von oben" eine Veränderung befohlen werden: Wenn sich jemand auf Augenhöhe findet (z.B. ein besonders systemtreuer Partner), der die geplanten Veränderungen gegenüber seinen Mitstreitern positiv verkauft, bauen sich Widerstände viel schneller ab... Wir-Gefühl stärken, Maßnahmen nachvollziehbar gestalten Bei allen Veränderungen, die durch externe Einflüsse plötzlich auf das Gesamtsystem wirken, kann man sich einen sehr schönen Effekt zunutze machen, der schon aus der Gruppenpsychologie her bekannt ist: Wenn man Druck von aussen auf das Gesamtsystem gibt (z.B. starker Markteinbruch, plötzlich auftretender Wettbewerber, ...), kann man durch bewusste Stärkung des „Wir"- Gefühls eine Solidarität im Gesamtsystem produzieren, mit der notwendige Veränderungen viel leichter durchgesetzt werden können, als wenn man mit einzelnen Gegenmaßnahmen die Situation bearbeiten wollte.Letztlich lassen sich alle Veränderungen in der Systemzentrale sowohl intern (bei den Mitarbeitern) als auch systemweit (bei den Partnern) leichter umsetzen, wenn sie den Eindruck vermitteln, strukturiert und geplant bearbeitet zu werden. Auch wenn die emotional aufgeladene „Rede zur Notwendigkeit von Veränderungen" auf der Erfa-Tagung wichtig ist und den psychologischen Boden für die kommenden Maßnahmen legt, Vertrauen in die Richtigkeit der Veränderung entsteht dann vor allem durch dokumentierte, nachvollziehbare und in der Umsetzung kontrollierbare Maßnahmenpläne. Weitere Informationen unter Systemzentralen aufbauen. |
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