Wenn ich Ihnen jetzt erzählen würde, dass vor meinem Bürofenster ein Schwarm grüner Papageien sitzt - und das im Dezember in der Bonner Südstadt - würden Sie mir sicher einen Vogel zeigen. Ist aber wahr (Beweisfotos liegen der Redaktion vor). Und so unglaublich, aber wahr, sind auch viele andere Begebenheiten in der PR-Arbeit in diesem Jahr. Eines steht fest: Die Krise rafft auch zunehmend die Medienwelt dahin. Was in vielen Unternehmen an erster Stelle steht, sucht man in so mancher Redaktion vergebens: Qualität. Und so bleibt es im nächsten Jahr spannend, was wir außer den Einheitsmeldungen der großen Nachrichtenagenturen noch zu lesen und von Low-Budget Produktionen noch zu sehen bekommen. Die Luft wird dünner Immer mehr Redaktionen werden zeitgleich mit den Zeitungen ausgedünnt und werden zu Opfern des verordneten Sparzwangs der Verlage. Zeit für die Einarbeitung in neue Themen, für Recherche oder Hintergrundgespräche und außer Haus Terminen bleibt da kaum. Das „Gros" der Nachrichten auf den Wirtschaftsseiten wird von den Nachrichtenagenturen eingekauft und mit ein, zwei eigenen Stories garniert. Zweit- und Drittverwertung innerhalb des Verlags fest eingeplant. Redakteure von Branchenmagazinen werden da schon mal hinter vorgehaltener Hand zu Anzeigenverkäufern, „weil wir sonst bald nicht mehr erscheinen werden". Nicht viel anders sieht es in der Fernsehlandschaft aus: Produktionsfirmen und Kamerateams, die die Sender beliefern, gibt es wie Sand am Meer. Wirklich gute Muscheln sind aber auch an diesem Strand Mangelware. Hier gilt die gleiche Devise: Kosten sparen. Und das macht sich nicht nur in platten Doku-Reportagen bemerkbar. Kamera draufhalten, Inhalte im Sprechertext dauernd wiederholen - fertig. Gestern waren wir Popstar, heute kriegen wir ein Kind und morgen spielen wir die Tauschmama. Wenn nichts mehr geht, landen wir eh im Dschungelcamp. Gegenmittel gesucht Die schlechte Nachricht ist, dass man als Agentur immer seltener wirklichen Einfluss auf die Richtigkeit und das Niveau der veröffentlichten Informationen hat. Abgesehen von den Fällen, in denen Journalisten ihre Wissenslücken offen offenbaren oder sauber recherchieren. In elf Jahren hat mich kein Wirtschaftsjournalist gefragt, was „Umsatz auf bestehender Fläche" heißt - jedenfalls nicht bis vor ein paar Wochen. In elf Jahren ist es auch noch nie vorgekommen, dass die persönliche Einladung eines Chefredakteurs zu einer Veranstaltung mit Angabe der persönlichen E-Mail-Adresse des Geschäftsführers zur Anmeldung abgedruckt wurde - jedenfalls nicht bis vor ein paar Wochen. Und in elf Jahren ist es auch noch nie vorgekommen, dass man einem Branchenmagazin einen Fachtitel zuliefern sollte und gleich das ganze Heft inhaltlich durchorganisieren „durfte" - jedenfalls nicht bis vor ein paar Wochen. Auf die Falschmeldung, die so oft einfach abgeschrieben und sich rasant im Internet verbreitet hat, will ich erst gar nicht eingehen (Und wer sich mit dem Internet auskennt, weiß, dass man das nie wieder aus dem Netz bekommt). Und selbst öffentlich-rechtliche Fernsehsender driften immer mehr ins BILD-Format ab. Absprachen werden überhört, Aussagen im Schnitt aus dem Kontext gerissen und manipuliert. ... es geht weiter, vor allem im Internet Die gute Nachricht ist: Persönliche Journalistenkontakte machen sich gerade jetzt bezahlt - nicht nur, wenn es um das Verhindern von negativen Beiträgen geht. Findet sich in den stark zusammengeschrumpften Wirtschaftsseiten noch ein Plätzchen zur Berichterstattung, kommt man mit dem persönlichen Kontakt eher zum Zug. Dann ist vor allem Geduld gefragt. Denn gerade Franchise ist nach wie vor ein Nischenthema - das meist dann ins Blatt kommt, wenn die Nachrichtenagenturen gerade nichts zu berichten haben. Und: Wer mit einem konkreten Mehrwert für den Leser dienen kann, hat nach wie vor gute Karten. Gut aufbereitete Studien, Marktanalysen oder exklusive Interviews zu neuen Marktstrategien kommen in der Regel an. Nach wie vor punktet hier Marktwissen gepaart mit schnellen Reaktionszeiten und einer „ich mache alles für Sie möglich" Einstellung. Parallel dazu macht sich aber ein ganz anderes Medium breit: Das Internet. Hier wird es in Zukunft gelten, nicht nur mit einer professionellen Internetseite im Netz zu sein und diese vertriebsunterstützend zu nutzen. Auch die Vernetzung und aktive Präsenz in sozialen Netzwerken wie facebook oder Xing, in Blogs oder Twitter spielt eine immer größere Rolle für die Wahrnehmung einer Marke. Nicht zuletzt zieht so mancher online-Bericht im Internet größere Kreise als ein gedruckter Artikel. Weitere Informationen unter Public Relations. |
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